Baustelle Mainau-/Eichhornstraße

Schon seit über drei Monaten wird an der Kreuzung Mainau-/Eichhornstraße gebaut. Von Anfang an ging es bei der Baustelle für Radfahrer drunter und drüber. Ich war seitdem dreimal mit meiner Kamera vor Ort. Am 13.04 schoss ich die ersten Fotos, am 4.05 nochmal welche und vor einigen Tagen am 26.07 war ich ebenfalls vor Ort.

13. April:

Die Bilder und Situation vom 13.04 werde ich jetzt nicht ausführlich Kommentieren.

Man brauch eigentlich nicht viel Erklären, um zu sehen, mit welchem Dilettantismus hier gepfuscht wurde.

04. Mai:

Nun die Baustelle zog sich noch ein wenig weiter in die Eichhornstraße. Beim ersten Mal hatte ich allerdings nicht erkannt, was dort noch an Grauen lauerte.

Ich schrieb also den Behindertenbeauftragten der Stadt an, er leitete dies an die zuständigen Stelle weiter. Das Resultat seht ihr weiter unten.

27. Juli:

Wir kommen also zum aktuellen Zustand. Vom Sternenplatz kommend sieht es fast immer noch so aus wie vor einigen Monaten.

Blick i.R. Salzberg

Blick i.R. Salzberg

Wieder steht Zeichen 123 123 mitten auf dem Radweg. Wir stellen fest, der Radverkehr wird nicht auf die Fahrbahn geleitet.

Weiter hinten, hinter der Absperrung stehen Zeichen 254 254 und 259 259. Da beide Verkehrszeichen auf der gesamten Straßenbreite gelten hat das für Radfahrer und Fußgänger nun folgende Konsequenzen. Sie dürfen ab hier bis zur nächsten Kreuzung oder Einmündung nicht mehr die Straße benutzen. Aber gut das gleich hinter den Schildern eine Kreuzung ist. Die Frage ist nun, warum stellt jemand solche Schilder auf? Natürlich könnte man hier argumentieren, dass die Verkehrsteilnehmer hier auf dem Rad- und Gehweg nicht weiterdürfen. Allerdings stehen in der StVO folgende Absätze:

§ 25 Fußgänger

(4) Wer zu Fuß geht, darf Absperrungen, wie Stangen- oder Kettengeländer, nicht überschreiten. Absperrschranken (Zeichen 600) verbieten das Betreten der abgesperrten Straßenfläche.

§ 43 Verkehrseinrichtungen

(1) Verkehrseinrichtungen sind Schranken, Sperrpfosten, Absperrgeräte sowie Leiteinrichtungen, die bis auf Leitpfosten, Leitschwellen und Leitborde rot-weiß gestreift sind. Leitschwellen und Leitborde haben die Funktion einer vorübergehend gültigen Markierung und sind gelb. Verkehrseinrichtungen sind außerdem Absperrgeländer, Parkuhren, Parkscheinautomaten, Blinklicht- und Lichtzeichenanlagen sowie Verkehrsbeeinflussungsanlagen. § 39 Absatz 1 gilt entsprechend.
(2) Regelungen durch Verkehrseinrichtungen gehen den allgemeinen Verkehrsregeln vor.
(3) Verkehrseinrichtungen nach Absatz 1 Satz 1 ergeben sich aus Anlage 4. Die durch Verkehrseinrichtungen (Anlage 4 Nummer 1 bis 7) gekennzeichneten Straßenflächen darf der Verkehrsteilnehmer nicht befahren.
(4) Zur Kennzeichnung nach § 17 Absatz 4 Satz 2 und 3 von Fahrzeugen und Anhängern, die innerhalb geschlossener Ortschaften auf der Fahrbahn halten, können amtlich geprüfte Park-Warntafeln verwendet werden.

Daher braucht es keine zusätzliche, verwirrende, nichtige sowie rechtswidrige Beschilderung.

Der Schottergehweg der rechts abgeht, wäre fast korrekt gekennzeichnet. Denn Zeichen 239 wäre hier vollkommen ausreichend. Es untersagt das Radfahrer und es ist der Umweg für die Fußgänger. Die Zusatzzeichen sind somit ebenfalls unnötig.

Am Suso vorbei geht es auf den improvisierten Fußgängerüberweg zu. Eins vorweg. Das Zeichen 350-10350-10 wurde korrekt um 180° gedreht. Nur ist das Hauptproblem immer noch nicht beseitigt. Denn wie sollen behinderte Personen diesen Übergang nutzen, wenn auf einmal eine Bordsteinkante im Weg steht?

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Fußgängerüberweg mit Hindernis(sen)

Den Fußgängerübergang hinter uns lassend, kommen wir wieder zurück an die Mainaustraße. Doch wenn wir hier zurückblicken, sehen wir wieder Zeichen 254 und 259. Warum werden diese Schilder hier ebenfalls aufgestellt? Es gibt auf diesem Radweg nicht einmal Radverkehr. Aber im Gegensatz zu den voran Gegangenen, auf der anderen Seite, sind diese Zeichen zu 100% nichtig, da auf der anderen Straßenseite, am dortigen Kiosk, ein Zeichen 240  steht. Somit widersprechen sich drei Verkehrszeichen. Die Zeichen 254 und 259 mit dem 240. Es gibt hierzu mehrere Urteile. Sobald sich zwei Zeichen widersprechen, ist jenes nichtig, welches für einen umsichtigen Verkehrsteilnehmer am ehesten nichtig erscheint.

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Wieder unnötige Beschilderung

Aber weiter gehts. Denn auf einmal wird der Radweg durch Zeichen 237 237 wieder benutzungspflichtig und es folgen zusätzlich drei Zeichen 259 259. Als ich das sah war ich zurecht sprachlos. Wie soll der Radfahrer hier durch die Bushaltestelle auf den Radweg gelangen?

An der Einmündung Beethovenstraße, geht im 90° Winkel eine Markierung von der Furtmarkierung ab. Dieser Radfahrstreifen wird per Zeichen 237 237 benutzungspflichtig, gleichzeitig stellt man diesen ohnehin viel zu schmalen Radfahrstreifen mit Absperrbaken voll, sodass dem Radfahrer im Mindestfall eine Breite von einem Meter bleibt. Bei Nacht ist sowas einfach nur gefährlich. Auch die Anrampung auf den Radweg, am Ende des Radfahrstreifens, ist, besonders bei Dunkelheit, sehr gefährlich. Zeichen 241-30 241-30, welches am Laternenmast hängt, wurde nicht ausgestrichen. Verwirrung pur.
Nebenbei ab dem Ende des Radfahrstreifens, darf der Radfahrer auf der Fahrbahn fahren, da der Radweg nicht benutzungspflichtig ist. Zumindest bis zur nächsten Kreuzung. Es fehlt nämlich ein Zeichen 241-30 241-30

Wir kommen zum Ende der Baustelle…wie soll es anders sein, mit Zeichen 259.

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Allerdings ist hier der Beitrag nicht zu Ende. Es stehen leider immer noch, wenn man vom Salzberg kommt, einige Verkehrszeichen auf dem Radweg.

Doch dieses Bild hier sprengt einfach den Gipfel der Unverschämtheit.

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Autofahrer aussteigen, wäre hier angebrachter

Nun also genug gemeckert. Habe somit heute die StVB in Konstanz angeschrieben. Hier der Text:

Sehr geehrter Herr ***,
sehr geehrter Herr ***,

seit einigen Monaten wird an den Bushaltestellen der Kreuzung Mainaustraße/Eichhornstraße gebaut. Leider musste ich schon sehr früh bemerken, dass die Führung des Verkehrs, speziell die des Radverkehrs sehr leidet. Es ist zu sagen, dass meine Email auf dem Stand des 26.07.2014 basiert. Die jetzige Führung ist zwar noch lange nicht so schlimm wie die vom 13.04.2014, allerdings ist sie immer noch nicht zufriedenstellend. Bilder über den Zustand vom 13.04 können sie unter www.radfahren-konstanz.de/2014/08/baustelle-mainau-eichhornstrasse einsehen.

Kommend vom Sternenplatz möchte ich beginnen.
Kurz vor der Baustelle steht ein Zeichen 123 auf dem Radweg. Dem Radfahrer wird nicht mitgeteilt, dass der Radweg par Meter weiter gesperrt ist, und er auf die Fahrbahn zu wechseln hat.

Blick i.R. Salzberg

Blick i.R. Salzberg

Stattdessen wird dem Radfahrer eine Absperrbarke vor die Nase gesetzt. Dahinter befinden sich Zeichen 254 und 259. Diese zwei Verkehrszeichen sind erstens nicht nur unnötig, da die §§ 25 und 43 der StVO für sich sprechen, sondern verweigern dem Radfahrer ebenfalls die Benutzung der Fahrbahn für wenige Centimeter. Der Grund der Aufstellung lässt sich mir nicht erschliessen. Durch die Aufstellung wenige Centimeter vor der Kreuzung lässt sich des Weiteren eine Nichtigkeit nach § 44 VwVfG, wegen schwerer Fehler, herleiten. Dieses Zeichen ist somit nicht nur rechtswidrig und unnötig, sondern auch nichtig.

Unnötige Beschilderung

Unnötige Beschilderung

Zeichen 259 lässt dem Fußgänger nicht einmal die Möglichkeit auf den linken Gehweg auszuweichen, denn es sperrt die gesamte Straße für den Fußgänger. Dieser muss über den rechten Schotterweg ausweichen.

Unnötige Beschilderung Nr. 2

Unnötige Beschilderung Nr. 2

Hier kommen wir zum Zusatzzeichen 1012-32 unter dem Zeichen 239. Dieses Zeichen braucht es schlicht nicht, da schon Zeichen 239 besagt, dass das Befahren mit dem Rad untersagt ist.
Wenn man dem Schotterweg folgt, so kommt man relativ schnell zu dem provisorischen Zebrastreifen. Ich hatte schon am 05.05.2014 darauf aufmerksam gemacht, dass hier eine Anrampung fehlt. Behinderte Personen können diesen Überweg nicht nutzen.

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Zurück an der Mainaustraße, kommen einem wieder die Zeichen 254 und 259 entgegen. Nämlich dann, wenn man sich umdreht und in Richtung Sternenplatz schaut. Hier sind beide Schilder nichtig, da auf der anderen Straßenseite durch Zeichen 240 ein Geh- und Radweg gekennzeichnet wird. Die Nichtigkeit ist daher herzuleiten, da wenn sich zwei Zeichen widersprechen, das Zeichen nichtig wird, welches einem umsichtigen Verkehrsteilnehmer am ehesten nichtig erscheint. Dies belegen mehrere Urteile.

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Dreht man sich um 180° in Richtung Salzberg zurück, so sehen wir ein Zeichen 237 und 259. Zu den Zeichen 259 sage ich nichts mehr, da hier genug gesagt wurde. Allerdings frage ich mich, warum Zeichen 237 aufgestellt wurde? Denn Radfahrer, welche logischerweisse auf der Fahrbahn fahren, können hier dank der Bushaltestelle nicht auf den Radweg wechseln. Dieses Zeichen ist somit ebenfalls unnötig.

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Nach der Einmündung Beethovenstraße wird ein Radfahrstreifen im 90° Winkel von der Furtmarkierung abgeführt. Dieser Radfahrstreifen ist weder zumut- noch benutzbar, da er viel zu schmal ist. Die lichte Breite beträgt an einigen Stellen maximal einen Meter, die Anrampung am Ende ist nur teilweise ausgeführt, welches sehr gefährlich ist. Stürze sind vorprogrammiert. Hier wäre es besser gewesen, diesen Raum den Fußgängern zu gewähren und den Radfahrer auf die Fahrbahn zu leiten. Ausserdem sehen Sie im Hintergrund ein Zeichen 241-30.

Daher nun meine ersten Fragen:

1. Warum wurde der Radfahrer nicht vor der Baustelle auf die Fahrbahn geleitet und das vorige Zeichen 240-30 ausgekreuzt?
2. Warum wurde Zeichen 123 auf den Radweg gestellt?
3. Warum wurden hier soviele Zeichen 254 und 259 aufgestellt? Haben Sie die Folgen bedacht?
4. Warum wird unter ein Zeichen 239 das Zusatzzeichen 1012-32 aufgestellt?
5. Warum wird Zeichen 237 auf Höhe der Bushaltestelle verwendet?
6. Warum wird auf Höhe der Beethovenstraße dem Radfahrer ein „Radfahrstreifen“ zugemutet, der seinen Namen nicht verdient? Warum hat man diesen Weg nicht den Fußgängern vorbehalten?
7. Warum wurde der Fußgängerweg in der Eichhornstraße nicht angerampt?
8. Warum wurde Zeichen 241-30 am Laternenmast auf Höhe der Beethovenstraße nicht ausgestrichen. Sind Sie sich der Verwirrung bewusst?
Kommt der Radfahrer vom Salzberg, so stehen ihm mehrere Verkehrszeichen im Wege.


Dahinter folgt dann ein Zeichen 123 mit dem Zusatzzeichen 1012-32.

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Daher meine weiteren Fragen:
9. Warum wurden zwei Zeichen 123 aufeinander folgend aufgestellt, und das Zweite sogar mit dem Zusatzzeichen 1012-32? Sind Sie sich bewusst, dass dies zu Konflikten führt?
10. Warum stehen seit Monaten die Verkehrszeichen mitten auf den Radwegen?

Ich hoffe Sie konnten meinen Ausführungen folgen. Sollten Sie ebenfalls fragen haben, können Sie mich gerne kontaktieren.
Mit freundlichen Grüßen,

Jascha Beuttler

Ich bin gespannt, welche Antworten ich erhalte.

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