Dettingen und Allensbach verbindet bald ein Radweg

Es ist soweit, nach langem Warten dürfen sich die Bürger Dettingens und Allensbachs über einen baldigen Radweg, zwischen den Orten, freuen. Wie man seit gestern auf der Seite von Hans-Peter Storz lesen kann, hat sich das Land Baden-Württemberg endlich dazu entschieden, den geplanten Radweg in seiner jetzigen Fassung, in das Bauprogramm für das Jahr 2014 aufzunehmen. Nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz übernimmt das Land bis zu 50% der anfallenden Kosten für den Radweg.

Doch ich bin ein bisschen skeptisch, ob das Vorhaben in umgesetzter Form auch wirklich für alle ein Gewinn wird. Als Fußgänger, Familie, Gemütlichradler oder älterer Mensch ist dieser Geh- und Radweg auf jeden Fall ein Gewinn. Denn attraktiv ist die Strecke für die genannten Gruppen auf jeden Fall nicht. 100 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung und eine sehr enge Kreisstraße ist keine Strasse auf der ich nach Allensbach laufen oder einen Ausflug mit meiner Familie (so hätte ich denn eine) machen wollen würde.

Doch wie wird es für den schnellen Radfahrer sein? Wie wird der Weg gestaltet sein?
Zu erst mal die Fakten. Der Geh- und Radweg soll mind. 2,5 Meter breit sein, die Vorgaben der VwV-StVO sind somit erfüllt. Im Durschnitt soll er maximal 1,75 Meter von der Fahrbahn entfernt laufen, dies macht Hoffnung auf einen nahezu vollkommenen fahrbahnbegleitenden Radweg. Doch wenn man sich den Text des Südkurier’s und den Beschluss von 2009 durchliest, wird eines ersichtlich. Der Radweg wird nicht immer auf Fahrbahnniveau geführt werden können. Zitat: „Blendschutz für Radler“ Wenn der Radweg weitestgehend tiefer als die Fahrbahn liegt, so ist ein Blendschutz wirklich in Betracht zu ziehen. Das Problem ist dann nur, dass dies im Umkehrschluss heisst, das der Radfahrer wie an vielen anderen Stellen auch eine größere Anzahl an Höhenmeter überwinden muss.
Ein weiterer Punkt, sind die Anschlussstellen. Bei Allensbach soll der Radweg über die K6171, die Kreisstraße welche nach Kaltbrunn führt, geführt werden. Direkt an der K6172, die Kreisstraße welche nach Dettingen führt, kann der Radweg nicht überführt werden, da die Erdhügel kein freies Sichtfeld schaffen. Daher muss der Radweg weiter in Richtung Kaltbrunn gelegt werden, um dort dann sicher die K6171 zu überqueren. Dies heißt aber auch, dass der Radweg an dieser Stelle nicht mehr Fahrbahbegleitend und Vorrangig wäre.
Wie die Anschlussstelle Dettingen aussehen wird bleibt fraglich. Hierzu findet man leider kaum Dokumente, allerdings hoffe ich doch sehr, dass der alte Radweg, welcher nur bis zum Fußballplatz führt, komplett saniert und umgebaut wird. Auch die Überführung des Radverkehrs auf und von dem Radweg müsste umgebaut werden, da der momentane Radweg einfach abrupt in Dettingen in einer 30er-Zone endet.
Ein weiterer unklarer Punkt, ist die Überführung des Radweges von der linken auf die rechte Seite der Fahrbahn, am Mühlhalder Hof. Hier schwirren zwei Konzepte rum.

  • Auf Fahrbahnniveau über den Mühlbach und die Fahrbahn
  • Unter der Fahrbahn durch den Damm und anschließend mit einer eigenen Brücke über den Mühlbach

Von Vorteil wäre, aus meiner Sicht, der zweite Vorschlag. Der Radverkehr müsste hier nicht anhalten und der Fußgänger über die Fahrbahn hetzen. Topografisch wäre dieser Vorschlag ebenfalls zu begrüßen, da er weniger in die Landschaft eingreifen würde.

Jetzt bleibt es abzuwarten, wie der Radweg endgültig geführt wird. Generell wird dieser Geh- und Radweg für alle die ihn wollen ein Plus an Komfort und Lebensqualität darstellen. Was ich mir von dem Radweg erhoffe, ist mehr Pendelverkehr zwischen den Gemeinden Allensbach und Dettingen auf dem Fahrrad und ganz wichtig keine Zeichen 240 240 . Denn sollte der Radweg gut, fahrbahnbegleitend und auch für den Rennradfahrer überzeugend sein, dann wird er auch ohne das Schild genutzt. Eine Anordnung des Zeichens halte ich nach §41 und 45 der StVO sowieso für fragwürdig.

Mal sehen was die nähere Zukunft bringt.

 

 

 

 

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